Stilfser Joch

Sechsundvierzig Serpentinenkurven führen hinauf. Auf zweitaussendsiebenhudert Meter Höhe begrüßt mich eine raue Hochgebirgslandschaft, dazwischen ein riesengoßer Parkplatz, eine Straße mit Souvenirbuden, mehrere Hotels und eine Seilbahn.
Drumherum aber nur grauer Fels und Geröll mit Schneeresten dazwischen. Ich gehe in Richtung Gletscher. Die Luft ist dünn und der Gletscher doch weiter als gedacht. Auf der anderen Seite thront etwa hundert Meter oberhalb der Straße ein burgähnliches Gebäude. Was macht die Schweizer Flagge auf der Terrasse?
Tatsächlich steht da irgendwo ein Grenzstein. Eine Gebietszacke der Schweiz reicht tatsächlich bis hierher. In der Nähe sind Reste von Schützengräben und Bunkern aus dem Ersten Weltkrieg, damals wurde hier heftig gekämpft.
In der burgähnlichen Berghütte trinke ich einen Espresso. Offenbar befinde ich mich aber immer noch auf italienischem Territorium. Wobei: es hätte schon was, wenn ich meinen ersten italienischen Espresso in der Schweiz zu mir genommen hätte!