Montecatini Terme

Mitten in der Nacht bin ich angekommen und heute, als ich es endlich geschafft habe, die dicken Vorhänge und die Holzladen des Hotelzimmers beiseite zu schieben, schlagen mir Sonne und Sommerhitze entgegen. Wo bin ich hier?
In halbwegs stadtfein-zivilisierten Klamotten breche ich auf zur Erkundungstour.
Eine schöne, schattige Allee. Was für Bäume sind das? Platanen? Links und rechts ist ein Hotel neben dem Anderen, alle haben sie vier Sterne, was aber gar nichts zu bedeuten hat.
Ein paar Meter weiter beginnt ein Park. Schattige Kiefern. Vom Hotelfenster aus habe ich auf einen bewaldeten Hügel schauen können. Es gibt einen Kurpark und sehenswerte Kur-Anlagen, außerdem ein Nebel-Tal und Montecatini Alto, das Dörfchen auf einem Berg, welches mit einer Standseilbahn zu erreichen ist. Aber wo genau befinde ich mich?
Ich versuche, mich nach dem Sonnenstand zu orientieren. Wo ist Norden, in welche Richtung liegt Florenz und wo geht’s zum Meer? Um mich herum ist nur Park und Bäume. Das Bergdorf liegt im Norden die Flußebene des Arno im Süden und die Sonne müsste jetzt irgendwo im Südosten stehen.
Im Zentrum gibt es eine Piazza mit einer hässlichen modernen Kirche und eine kurze Fußgängerzone, die direkt auf das Bergdorf zuführt.
Der Fußweg nach oben nennt sich „Via Amore‟ und oben gibt’s eine Menge romantischer Fotomotive. Dummerweise ist mir gerade nicht nach Romantik.
Später gönne ich mir ein Bier auf der Hotelterrasse. Um halb zwölf bin ich alleine, es regnet ein paar Tropfen und die Luft ist angenehm frisch.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.