San Gimignano

Die Menschen besetzen jedes schattige Plätzchen in diesem mittelalterlichen Gewölbe an der Piazza mit dem Rathaus. Man sitzt hier und mampft Takeaway-Pizza aus dem Karton, oder toskanisch-belegten Semmeln oder Eis und nuckelt dazu an der Minieralwasserflasche. Familien oder Freundesgruppen teilen sich Kartons in Mega-Größe.
Es gibt Kunstgalerien, in denen dieselben Motive dutzendfach als echtes einzigartiges Original angeboten werden: San-Giminiano-Skyline als Aquarell, Stich, Lithographie, Photo oder Ölgemälde, gar nicht mal so teuer. Und auch gar nicht mal so schlecht.
Direkt hier an der Piazza gibt es einen Fotografen, der in einem winzigen Laden seine Bilder verkauft. In Postkarten- oder Postergröße, mit oder ohne Rahmen. Die Bilder sind genial. Wenn man die gesehen hat, will man keine Handy-Schnappschüsse mehr sehen. Immerhin ist der Mann angeblich hier geboren und lebt immer noch hier.
Man kann mitten im Trubel Bilder machen, auf denen kein Mensch zu sehen ist. Man muss die Kamera nur hoch genug halten. Dann knipst man ausschließlich mittelalterliche Mauern. Man kann auch einfach ein paar Gassen weiter gehen, schon wenige Meter von der breiten Hauptstraße (so breit wie jede ordentliche Innenstadtfußgängerzone) entfernt trifft man kaum mehr einen Menschen.
Dennoch: Der Ort ist ein Scheinriese.
Den eindrucksvollsten Anblick bieten die Türme und Mauern aus der Entfernung.

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