Miramare im Regen

Die Haltestelle, an der ich aussteige heißt „Miramare‟. Oder so ähnlich. Aber das Schloss ist nirgendwo zu sehen und es gibt kein Schild und keinen Weg. Die Straße führt in Serpentinen hinunter ans Meer. Da ist eine kleine Bucht mit Segelboothafen, ein Restaurant, ein Hotelgebäude und ein Bus – derjenige, mit dem ich gekommen bin. Es scheint sich um die Endstation zu handeln.
Wenn das Schloss hier nicht ist, dann muss ich daran vorbei gefahren sein, also setze ich mich in den Bus und warte. Neben mir rauscht das Meer.
Ich fahre zwei Stationen, steige aus und finde jetzt tatsächlich eine Uferpromenade, die zum Schloss Miramare führt. Das Gebäude sieht man allerdings erst nach der nächsten Wegbiegung.
Es beginnt zu regnen und ich begebe mich in den Andenkenladen, erstehe eine Postkarte und einen Kupferstich, dann hört der Regen auf und ich gehe durch den Park. Das Café hat leider geschlossen.
Ich gehe die Uferpromenade entlang. Eine junge Italienerin überholt mich, dann überhole ich sie, als sie auf ihrem Handy tippt, dann überholt sie mich wieder, als ich auf meinem Handy tippe, dann überhole ich sie wieder.
Hinter dem Pinienwäldchen ist die Promenade zu Ende, da ist eine Bushaltestelle und zwei Leute warten schon. In sieben Minuten müsste ein Bus gehen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.