Triest: Die Risiera di San Sabba

Der Bus fährt durch hässliche Vorstädte, durch Industriegebiete, Straßen auf Stelzen, enge Gassen in Wohngebieten… ich habe keine Orientierung. Weiß auch gar nicht, wo ich aussteigen soll. Irgendwann kommt ein großes Fußballstadion… dort in der Nähe soll es wohl sein, und dann ist auch schon Endstation.
Wo muss ich jetzt hin? Irgendwo entdecke ich ein Schild.
An der breiten, verkehrsreichen, hässlichen Straße ist fast eine Art Vorstadtidyll: Cafes, Leute sitzen an der Straße, kleine Geschäfte… Am Himmel sind Wolken, düstere Gewitterwolken von Osten her. Ich gehe die Straße entlang, orientiere mich an den Bushaltestellen und den Anzeigen darauf. Ich will in einen Bus einsteigen, aber der Fahrer deutet nach links, da ist es doch schon!
Natürlich gibt es kein Schild.
Ich betrete ein häßliches Industriegebäude: Backsteinmauern, erdrückende neue Betonmauern, ein enger Gang. Enge Gefängniszellen, enger als Ställe. Die Todeszelle. Der Saal, in dem die Gefangenen der Zwangsarbeit nachgehen mussten. Im Hof markiert ein flaches Wasserbecken den Standort des ehemaligen Krematoriums. Eine die Betonsäule symbolisiert den Kamin, ein eisernes Denkmal symbolisiert den aufsteigenden Rauch.
In der Halle sind Dokumente von Gefangenen ausgestellt, Briefe, Photos… in einer weiteren Halle werden Filme gezeigt. Erdrückende Gegenstände: ein Hammer, mit dem Menschen erschlagen wurden. Weitere Photos, Dokumente… alles nur schwer zu ertragen.
Ich verlasse den Ort in der Hoffnung, dass sich so etwas nie wieder wiederholen darf…