Von Kiruna nach Stockholm: Noch eine lange, lange Bahnfahrt

Pünktlich um vier fährt der Zug in Kiruna los, fährt durch endlose Kiefernwälder unter einem blauweißem Himmel mit freundlicher Polarsommersonne. Ist das jetzt Abend, Mittag oder Nachmittag? Irgendwann, irgendwo überquere ich wohl den Polarkreis wieder in umgekehrte Richtung, dann verziehe ich mich auf einen Kaffee in den gemütlich-plüschigen Speisewagen und schaue mir all die fünfhundert Bilder an, die ich in Norwegen gemacht habe.
Gegen halb acht sind wir in Boden, da musste ich bei der Hinfahrt umsteigen, jetzt wird rangiert. Ein paar Wagons nach Lulea werden abgekoppelt und neue Wagons nach Stuttgart werden angekoppelt. Draußen strahlende Sonne und ein paar Wölkchen… auch um zehn Uhr abends strahlt die Sonne noch, dabei sind wir doch schon deutlich südlich vom Polarkreis, wird es denn auch hier nicht dunkel?
Mit mir im Abteil sind ein Syrer – vielleicht mein Alter – der kein Wort englisch spricht und eine komplett schwarz gekleidete Bosnierin mit Kopftuch, die zwar fließend bosnisch, serbisch, türkisch, albanisch und arabisch spricht – ihr Vater war Syrer – aber ebenfalls so gut wie kein Wort deutsch oder englisch. Wir kommunizieren also mit Händen und Füßen.
In Umea hält der Zug fast einehalbe Stunde lang. Gelegenheit um auszusteigen und ein wenig auf dem Bahnsteig auf und ab zu gehen. Meine beiden Abteilgenossen rauchen eine Zigarette. Es ist ein bisschen abenddämmerig, aber immer noch nicht dunkel.
Kurz vor Mitternacht geht es weiter. Draußen wird es mit jeder Minute wieder heller, und die beiden unterhalten sich noch lange auf arabisch während ich versuche, zu schlafen.
In Uppsala stehe ich auf. Es ist inzwischen halb neun. Draußen blauer Himmel und strahlend schönstes Sommerwetter. Ab in den Speisewagen und einen Kaffee zum wach werden.

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