Montsegur: von Katharrern und dem Heiligen Gral

Montsegur. Ein schweißtreibender Fußmarsch in der August-Mittagshitze, steil bergan mehrere hundert Meter hoch und auf halber Höhe steht ein Kassenhäuschen. Die meisten Besucher, die den engen Pfad hinaufkraxeln sind Franzosen, dazwischen ein paar Spanier und hier und dort ein Deutscher oder Amerikaner.
Die Burg – oder wie auch immer man das nennen will – liegt ganz oben auf dem Gipfel. Übriggeblieben sind nur die mächtigen Außenmauern, drinnen ist ein leerer Hof. Wenn man bedenkt, wie viele Menschen es hier oben einmal ausgehalten haben müssen, dann wirkt es plötzlich eng und bedrückend. Vor allem, wenn man weiß, dass kaum jemand die letzte Belagerung überlebt hat.
Am Nordhang außerhalb der Burgmauern sind noch ein paar weitere Mauerreste. Man kann sich Terrassen vorstellen. Hier war die Siedlung der Katharrer, eine richtige Stadt, und Felder und Gärten gab es wohl auch. Und wilde Verschwörungstheorien, die sich um den Heiligen Gral, Maria Magdalena, die Templer und alles Mögliche drehen… Stoff blutrünstiger Mittelaltergeschichten und Romane, Gerüst einer esoterischen Sagenwelt, an die man glauben kann oder nicht.