Briefmarken und Bier in Gibraltar

In einer Seitenstraße kaufe ich ein paar Postkarten. Die Inhaberin des Ladens spricht ein richtig britisches Englisch mit dem Nordenglischen Akzent, den ich von Armeeangehörigen her kenne.
Ich frage, ob man mit „normalen“ englischen Pfund bezahlen kann. Sie schaut mich mit großen Augen an: Natürlich, wir nehmen alles, wo die Queen drauf ist, my dear!
Ich lasse mir das Wechselgeld absichtlich Gibraltar-Münzen rausgeben, nachdem sie mir zuvor absichtlich britische Münzen gegeben hat, „damit ich zu Hause keine Probleme bekomme‟. Das Portrait der Queen auf den Briefmarken wirkt altmodisch – es ist das Bild, welches in Großbritannien selbst in den Fünfzigern und Sechzigern des letzten Jahrhunderts verwendet wurde. In einem Pub an der Hauptstraße feiern sturzbesoffene Jungs in Frauenkleidern einen Junggesellenabschied. Ich trinke ein halbes Pint Langer-Shandy („Alsterwasser‟ bzw. „Radler‟) und dann – bei mediterraner Sommerhitze schon leicht angetüdelt – in einem anderen Pub um die Ecke noch ein zweites Glas. Die Kneipe riecht ur-englisch muffig nach abgestandenem Bier und im Radio läuft BFBS, britische Armee-Sender mit Wetterbericht von den Falklands bis Afghanistan.

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