Ein Abend in Rimini

Der Zug, der uns aus den Bergen hinausführt, hat Verspätung.
Beim Umsteigen in Bologna ist natürlich der Anschluss weg. Auf dem wuseligen Bahnhof ist es südländisch-sommerlich heiß. Eine Dreiviertelstunde bis zum nächsten Zug und eine weitere Dreiviertelstunde im klimatisierten Schnellzug.
Rimini ist ganz anders als das, was man sich darunter vorstellt. Ehrlich gesagt, habe ich mir gar nichts vorgestellt. Oder vielleicht doch? Die Urlauber, die vor fünfzig Jahren schon hier waren, kommen immer noch her, mit Rollator, Rollstuhl und Elektro-Scooter. In der Innenstadt gibt es einen zweitausend Jahre alten Torbogen, eine ebenso alte Brücke, über die heute noch Autos donnern und noch weitere Baudenkmäler aus dieser Zeit. Dazwischen Kirchen und Paläste – es ist eine sehr alte Stadt, was schon Wikipedia weiß, aber das Stadtbild ist ein bisschen uneinheitlich, unaufgeräumt und durcheinander. Auf der großen Piazza flanieren überwiegend Einheimische.
Am Flüsschen entlang gelangt man zum Meer.
Als die Sonne untergeht, ist es immer noch warm.