London umsonst: Museen, die man kostenlos besuchen kann

Die folgenden Museen, Sammlungen und Galerien kann man kostenlos besuchen. Mehr oder weniger großzügige Spenden sind natürlich trotzdem willkommen:

  • City of Westminster
    • Royal Academy of Music Museum,
      Marylebone Rd NW15HT,
      Baker St. / Regents Park tube
    • Faraday Museum at the Royal Institution,
      21 Albemarle Street W1S 5BS,
      Covent Garden Tube
    • Alfred Dunhill Museum
      60-61 Burlington Arcade, W1,
      Tube: Piccadilly Circus,
      Uhren, Pfeifen, Feuerzeuge, Luxusgegenstände…,
    • London Library,
      14 St. James Square,
      Westminster / St. James’s Park tube,
    • Institute for Contemporary Arts,
      Viele Ausstellungen, nicht immer kostenlos, komplizierte Öffnungszeiten
    • British Dental Association Museum,
      64 Wimpole Street, W1,
      Geschichte der Zahnmedizin in GB, alte Praxis wiederhergestellt
    • British Museum,
      Great Russel Street WC1,
      Russel Square Tube,
      …das ist wirklich groß und großartig. Man kann gut und gerne einen ganzen Tag darin verbringen!
    • BT Telecommunications Museum
      145 Queen Victoria Street EC4,
      Blackfriars BR/Tube,
      Vergangenheit, Geschichte und Gegenwart der Telekommunikation,
      Alte Telegraphen…
    • Royal Geographic Society
  • City of London
    • Museum of London
    • Goldsmith Hall,
      Nur an wenigen Tagen zugänglich, nur via Tour (könnte evtl. kosten), Innenhof zugänglich,
    • Clockmakers Museum and Library,
      Guildhall Library,
      Bank / Moorgate / St. Paul tube

London umsonst

London ist nicht nur spannend, sondern auch teuer. Um ehrlich zu sein, ist London ein absolut wahnsinnig sauteures Pflaster.
Aber nicht alles in London kostet Geld. Hier also ein paar Tipps, die kostenlos sind:

  • Museen: Für zahlreiche Londoner Museen wird kein Eintritt verlangt. Natürlich kostet der Betrieb eine Menge Geld – freiwillige Spenden sind daher herzlich willkommen. Beispiele sind:
  • Märkte: Man muss ja nichts kaufen und kann ja auch nur flanieren…
    • Camden Market
    • Middlesex Road Market
    • Portobello Road Market
    • Borough Market
    • Brick Lane
  • Kirchen:
    • St. Martin in the Fields
    • Southwark Cathedral
    • Für Westminster Abbey und St. Pauls Cathedral werden Eintrittsgebühren erhoben – eine kostenlose Besichtigung ist im Rahmen eines Gottesdienstbesuchs möglich.
  • Kuriositäten

England: eine Übersicht

England gehört zu meinen Lieblings-Reisezielen. Erstens kenne ich mich da aus, habe schließlich lange genug dort gelebt. Zweitens spricht man dort eine Sprache, die man verstehen kann. Drittens sind die Leute dort überwiegend sympathisch, fast immer höflich und manchmal tatsächlich so schrullig und exzentrisch, wie es dem Klischee entspricht. Zumindest aber hat man dort ein Herz für Schrulligkeiten.
Das Wetter ist – zumindest im Süden – deutlich besser als sein Ruf, das Essen ist durchweg zumindest halbwegs genießbar (Fish an Chips, indische Curry Houses und der Chinese um die Ecke sind meistens eine gute Wahl) und gerade in den abgelegensten Dörfern gibt es gemütliche Pubs.
Städte hingegen sind oft öde. London ist natürlich eine Ausnahme. Manche mittelgroße Städte wie Canterbury, Salisbury und Bath sind auch ganz nett.
Geheimtipp aber sind kleinen Dörfer und die abgelegenen Ecken, insbesondere, aber nicht nur an den Küsten, je abgelegener, desto besser…

Südengland

  • Kent: der Garten und der Haupteingang des Landes
    • Von Dover über St. Margarets, Deal, Walmer, Sandwich, Ramsgate, Margate, Reculver, Herne Bay, Whitstable nach Canterbury
    • Canterbury, Isle of Sheppey und Medway Towns
    • Ashford, Maidstone und der Rest von Kent
  • Von Kent nach Sussex
    • Von Dover über Folkestone, Hythe, Dymchurch, New Romney, Dungeness, Rye, Hastings, St. Leonards nach Eastbourne
    • Eastbourne, Beachy Head, Seven Sisters und weiter nach Lewes und Brighton
  • Von Sussex nach Hampshire
    • Von Brighton über Chichester nach Portsmouth
    • Von Portsmouth nach Bournemouth
  • Dorset
    • An der Küste entlang von Bournemouth, Poole, Purbeck-Halbinsel nach Weymouth
    • Die östliche Jurassic Coast: Weymouth, Portland-Halbinsel, Chesil Beach, Abbotsbury, Burton Bradstock, West Bay, Eype, bis Lyme Regis
  • Devon
    • Westliche Jurassic Coast: Seaton, Beer, Branscombe, Sidmouth, nach Exmouth
  • Somerset
  • Cornwall

London

Von Bologna über die Alpen zurück: der Heimweg

Morgens ist der Himmel blau und es ist wieder südländisch-sommerlich warm.
Ich gehe noch einmal durch die Stadt, trinke einen Espresso unter den Kolonaden an der Via dell‘ Indipendenza, dann langsam bis zur Piazza Maggiore, zu den zwei Türmen und zur Piazza Santo Stefano, mache Photos im herrlichen Morgenlicht.
Dann zum Hotel zurück, auschecken und mit Gepäck zum Bahnhof.
Die Bahnhofsuhr ist um zehn Uhr fünfundzwanzig stehen geblieben: die Minute des Attentates von 1980. Damals starben 85 Menschen, als im Wartesaal eine in einem Gepäckstück versteckte Zeitbombe explodierte. Der Wartesaal ist längst wieder in Betrieb, am Explosionsort ist eine Gedenktafel angebracht und in der Wand klafft immer noch der damals entstandene Riss – jetzt architektonisch als Fenster gestaltet.
Der Eurocity nach München wird bereitgestellt und ist brechend voll. In Deutschland ist Sauwetter, sagt der Schaffner, in den Bergen ist es empfindlich kalt und ganz oben soll es sogar geschneit haben.
Hier unten aber strahlt die Sonne, auch noch in Verona und Trient; erst in Bozen kommen Wolken auf.
Am Brenner haben wir eine Viertelstunde Aufenthalt: Zeit, um auszusteigen und in der Bahnhofsgaststätte einen Espresso zu trinken. Der Mann neben mir trinkt Bier und flirtet auf tirolerisch mit der jungen Frau hinter dem Tresen.
Hinter Innsbruck regnet es, über Kufstein strahlt ein Regenbogen und bei Rosenheim wird es dunkel.
Umsteigen in München…. nochmal umsteigen…. ankommen.
Wieder zu Hause.

Schiefe Türme und weitere Geheimnisse in Bologna

Wir gehen zu der Piazza mit den beiden Türmen zurück. Eindrucksvoll sind sie ja schon: aus dunklem Stein gemauert, mit nur ganz wenigen kleinen Fenstern, wie Trutzburgen. Der Höhere von den Beiden war seinerzeit – im Mittelalter, als er von einer reichen Kaufmannsfamilie gebaut wurde – eines der höchsten nicht-sakralen Gebäude des Landes (oder der Welt?). Früher einmal gab es über hundertfünfzig Stück davon in der Stadt, jetzt sind noch ein bis zwei Dutzend übrig geblieben, sie verstecken sich hinter den kolonadengesäumten Einkaufsstraßen in der zweiten Reihe in stillen Seitenstraßen.
An der Strada Maggiore wartet das nächste Geheimnis.Zwischen Bogengängen, an einem mittelalterlichen Anwesen, beginnt ein schmaler Durchgang, der Corte Isolani. Hier sollen irgendwo sollen drei mittelalterliche Pfeile stecken – seinerzeit von Bösewichten verschossen, die sich von einer entblößten hübschen Frau haben ablenken lassen.
Der Durchgang ist schick restauriert, es gibt Boutiquen, Cafés und Restaurants, aber keine Pfeile. Einmal ganz durch – und wieder zurück. Ganz vorne stehen Leute und legen den Kopf in den Nacken.
Aha, dort oben in den Holzbalken unter dem Vorbau also? Vielleicht.
Aber wie war das denn nun genau? Hatten die Bösewichte es auf den reichen Ehemann der Schönen abgesehen? Oder hat der gehörnte Ehemann seine Holde in Flagranti mit ihrem Liebhaber entdeckt? Von der Geschichte gibt es mehrere Versionen, die man sich so hinbiegen kann, wie man mag.

Die gar nicht so geheimen Geheimnisse von Bologna

Der berühmte Neptunbrunnen ist unter einem riesigen Baugerüst-Komplex verschwunden. Wenn er gerade nicht eingerüstet ist, kann man Neptuns… äh… also, sein bestes Stück sehen, aber er ist ja eingerüstet, also noch ein Geheimnis abgehakt. Drumherum sind Einkaufsstraßen und da kaufen Leute ein, nichts Geheimes daran. Also mal einen Blick in die Touristen-Info geworfen. Alles professionell organisiert hier: Keine zwei Sekunden durch die Tür wird man von einer professionell lächelnden jungen Frau angesprochen und bekommt einen Stadtplan in die Hand gedrückt. Kann ich sonst noch etwas für Sie tun? Ja, dieses berühmte Fenster… Ich habe den Satz noch nicht zu Ende gesprochen, da hat sie schon das Kreuzchen gemacht auf dem Stadtplan und den Weg nach Klein-Venedig eingezeichnet.
Klein-Venedig ist ein Fenster von der Größe einer mittelgroßen Pizza. Dahinter nach links und rechts der Blick auf die Rückseiten von Wohnhäusern, dazwischen ein Kanälchen. Der Vergleich mit der Lagunenstadt ist doch… nun ja, vielleicht ein bisschen ehrgeizig.

Jagd nach Geheimnissen in Bologna

Morgens ist der Himmel grau, es ist kühl und fast schon hebstlich-neblig, ich überquere den Platz vor der Porta Galliera und gehe am Springbrunnen vorbei die Freitreppen hinauf zum Parco della Montagnolla. Auf der anderen Seite des Parks beginnt der Markt.
Der Plan für heute: die sieben Geheimnisse dieser Stadt zu entdecken.
Diese Stadt hat nämlich Geheimnisse! Je nach Quelle können es allerdings auch zehn sein oder nur fünf, wobei sich hinter manchen Geheimnissen zum Teil auch allgemein bekannte Sehenswürdigkeiten und Touristenfallen verstecken. Aber „Jagd nach Geheimnissen‟ klingt nun einmal defnitiv besser als „Abhaken von Sehenswürdigkeiten‟. Also, los geht’s!
Zunächst die Bogengänge der Via dell‘ Indipendenza entlang stadteinwärts. Zwischen den Bogengängen versteckt sich der Eingang zu einer Kirche – das erste Geheimnis?
Der Innenstadtnahe Teil der Straße ist heute, am Wochenende für den Autoverkehr gesperrt und voller Menschen. Vor einer neu eröffneten Boutique stehen junge Frauen Schlange – was auch immer es da heute kostenlos gibt, soll mir ein Geheimnis bleiben.
Die Fassade der Basilika San Petronio ist seit vielen hundert Jahren unfertig geblieben und sieht daher von außen eher unspektakulär aus – drinnen hingegen findet sich nicht nur die geheimnisvolle in den Boden eingelassene „Mittagslinie‟ sondern auch jede Menge Kirchenpracht.
Ein paar hundert Meter weiter sind die berühmten zwei Türme. Der Kleinere davon ist fast so schief wie der schiefe Turm von Pisa. Der andere ist ziemlich hoch, und oben soll eine zerbrochene Vase herumliegen, was eines der offiziellen Geheimnis ist. Man kann hinaufklettern und nachschauen, aber die Tickets muss man in der Touristeninformation vorausbuchen.
Geschenkt. Auf zum nächsten Geheimnis.

Von Bari nach Bologna: noch ein bisschen Sommer

Im Bahnhofscafé von Bari noch ein Espresso im Stehen, dann los zum Gleis.
Der Zug ist pünktlich, bequem und klimatisiert. Stunde um Stunde geht es am Meer entlang: blauer Himmel, blaues Meer, Palmen, Strand und Hotelanlagen…
Der füllige Herr im Sitz gegenüber hat die Augen geschlossen und imposante Kopfhörer auf den Ohren. Manchmal schnarcht er, dann wieder scheint er aufmerksam seiner Musik zu lauschen und spielt mit den Händen Klavier. Der schmale junge Mann neben ihm – Marken T-Shirt, auffällige Sonnenbrille und gegeltes, schwarzes Haar – spielt auf seinem Handy. Hinter Pesaro wird es dämmerig, die Autos haben Licht an und am Himmel sind Wolken aufgezogen. Dann ist das Meer plötzlich weg. In Rimini steigt eine junge Mutter mit Kinderwagen aus, da ist es schon richtig Dunkel.
In Bologna findet sich zum Glück noch eine offene Pizzeria in Bahnhofsnähe. Essen und Bier sind nicht schlecht, aber zu teuer.
Draußen ist es kühl geworden.

Ein Morgen in Bari

Der Himmel ist strahlend blau und die Sonne wärmt schon am frühen Morgen.
In einem Straßencafé ein Cappuccino und ein zuckeriges Croissant, mit Pistaziencreme gefüllt.
Dann durch die Innenstadt: über den schattigen Corso Cavour und breiten palmengesäumten Corso Vittorio Emanuele, dann einen Blick in die Kathedrale geworfen (die tatsächlich „Kathedrale‟ heißt und nicht „Dom‟) und weiter zur normannischen Festung. Da ist es Zeit für den nächsten Cappuccino.
Das deutsche Paar am Nebentisch gibt den bettelnden Kindern ihre leeren Fanta-Dosen, welche gleich wütend auf die Straße geworfen werden. Hier gibt es kein Dosenpfand. In den verwinkelten Altstadtgassen stellen Frauen Orecchiette her und trocknen sie in hölzernen Rahmen. Auf der Piazza Umberto vor der Universität laden Bücher-Kioske zum Stöbern ein.

Von Durres nach Bari: über das Meer zurück

Am frühen Abend geht’s wieder zum Hafen. Noch ein schnelles Bier vor dem Check-In, dann durch die üblichen Kontrollen und auf den Dampfer. Noch ein zweites Bier und ein paar Spaghetti an Bord, dann ein paar Stunden Schlaf. In aller Frühe wird vehement gegen die Kabinentür geklopft, obwohl sich der Dampfer immer noch auf hoher See befindet, mindestens eine Stunde vom Ufer entfernt.
Wenn wir dann endlich an Land sind, brennt die Sonne schon heiß auf die Mauern der großen Hafenstadt. Es bleibt noch Zeit um über weite Boulevards und durch enge Altstadtgassen zu schlendern und die Festung und die Kathedrale zu besuchen.

Kruja: Die Burg in den Bergen

Der Weg führt zunächst durch die staubige Küstenebene und dann durch duftende Pinienwälder in Serpentinen steil bergauf. Touristenbusse quälen sich durch die Gässchen des Ortes zum Parkplatz. Auf dem Weg zur Burg reiht sich ein Souvenirstand an den Anderen. Man braucht kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn man fotografieren will.
Am Burgtor verkauft ein älterer Herr Bücher über die Geschichte des Ortes – die hat er selbst geschrieben und natürlich gibt er auch gerne eine persönliche Widmung.
Auf dem Gelände der Burg steht ein modernes Museum, welches dem Nationalhelden gewidmet ist. Von einer Terrasse hat man einen weiten Blick über die Küstenebene bis zum Meer.
Oberhalb des Museums ist ein alter Turm, daneben ein lauschiges Restaurant. Geheimnisvoll ist der unterste Teil des ummauerten Areals, hier sind enge Gässchen – die zugehörigen Gebäude längst verfallen, und im hintersten Winkel ist ein winziges Gärtchen, mit einem uralten Olivenbaum darin und einem versteckten Heiligtum darin.

Tirana: Erkundungen und Entdeckungen im Fremden Land

Natürlich gibt es in diesem fremden, fremden Land eine Menge zu sehen und zu erleben.
Die große Stadt ist weder schwermütig grau noch hinterwäldlerisch zurückgeblieben, es ist eine quicklebendige, bunte Großstadt, die alles hat, was eine Großstadt so braucht: Cafés, Geschichte, Kultur und das ist noch lange nicht alles… es gibt noch viel mehr zu entdecken, und heute geht es in die Berge.

Tirana: die große Stadt im fremden, fremden Land

Wie funktioniert das Reisen in diesem Land?
Gibt es so etwas wie Busse? Wo fahren die hin, wie oft und wie langsam? Gibt es überhaupt lohnenswerte Ziele in diesem Land, die zu besuchen sich lohnen würde?
Am Rande der Innenstadt, kurz vor dem Hafen finden wir den Busbahnhof und dort einen abfahrbereiten Reisebus. Auf den Seiten steht noch der Name eines deutschen Reiseunternehmers und vorn, wo normalerweise das Fahrtziel angeschlagen ist auf deutsch das Wort „Einsatzwagen“. In der Windschutzscheibe vor dem Lenkrad dann noch ein kleines Pappschild, darauf der Name der Großen Stadt. Ein junger Mann knöpft uns ein paar lappige Geldscheine ab, und dann geht es los… über eine gut ausgebaute vierspurige Straße durch unspektakuläre Landschaft.
Am Rande der Großen Stadt ist Endstation. Autos, Busse und Lastwagen hupen sich rund um einen Kreisverkehr. Ein Stadtbus – drinnen noch der Linienplan einer französischen Provinzstadt – bringt uns ins Zentrum.

Durres, Albanien: erste Schritte im fremden, fremden Land…

Der Dampfer legt an.
Zwischen Bussen und LKW’s aus der Ladeluke an Land krabbeln mit Koffer im Schlepptau. Kontrolle hier, Kontrolle dort, Espresso im Stehen und Taxi in die Stadt.
Aus dem Autofenster Blick auf Inschriften in einer unbekannten Sprache. Menschen sitzen in Cafés, machen sich auf den Weg zur Arbeit, flanieren und kaufen ein.
Immer noch kein fremdes Geld in der Tasche. Der Automat an der Bank spuckt unhandlich große Scheine aus, die kleinzukriegen gar nicht so einfach ist und peinliche Situationen mit sich bringt.
Der Espresso ist so gut wie auf der anderen Seite des Meeres, die Sonne strahlt, die Stadt ist wuselig und Manches ist hier anders…

Morgengrauen in Albanien: zu neuen Ufern

Im leichten Nieselregen zur Bushaltestelle. Später dann Pladderregen über dem Meer. Immer noch Pladderregen beim Umsteigen in den Bummelzug. Der nächste Bummelzug fährt uns buchstäblich vor der Nase weg. Zeit für einen Cappuccino im Bahnhofscafé. Der Regen ist schon fast weg.
Im Laufe der weiteren Fahrt klart es auf und in der großen Stadt scheint schon die Sonne. Palmen und blauer Himmel an der Hafenpromenade. Mächtige Mauern, eindrucksvolle Kirchen, verwinkelte Altstadtgassen.
Pasta im Straßencafé, da ziehen wieder Wolken auf. Beim Eis auf dem Flanierboulevard tröpfelt es. Am Bahnhof schüttet es aus Eimern. Auch noch während der Taxifahrt zum Hafen.
Check In, Kontrolle hier, Kontrolle dort, dann endlich auf den Dampfer. Die Kabine ist eng und ein bisschen müffelig und nachts schaukelt der Kahn ganz ordentlich.
Im Morgengrauen ist Land in Sicht.

Weiter geht’s: vom Gargano nach Bari…

Ein Morgen dämmert herauf. Das Gewitter ist vorbei, der Sturm hat sich verzogen, aber der Himmel ist bedeckt und es regnet immer noch leicht. Die weiße Stadt wird langsam wach.
Im Hotel noch ein Cappuccino, dazu ein überzuckertes Croissant und dann geht es los. Eine lange Reise liegt vor uns.
An der Bushaltestelle nieselt es nur ganz leicht, aber schon während der kurzen Fahrt über den bewaldeten Hügelrücken hinüber in die Nachbarbucht von Calenella wird der Regen wieder heftiger. Calenella ist die Endstation der Gargano-Bahnlinie, aber heute fahren hier keine Züge.
Ein Ersatzbus steht abfahrbereit da und der Regen pladdert inzwischen so heftig, dass mir die paar Meter zum Bahnhofscafé zu weit sind und ich lieber die halbe Stunde im Bus sitzen bleibe. Dann geht es los: An der Küste entlang bis Rodi, dann landeinwärts, hin und wieder Blick auf die Lagune von Varano, zwischendurch Halt an winzigen Bahnhöfen im Nirgendwo – der Bus muss sich über kleine Stichstraßen dorthin quälen und mysteriöserweise steigen tatsächlich Leute ein und aus.
In Varano endlich kann man in den Zug umsteigen. Über Apricena und San Severo geht es nach Foggia. Der Anschlusszug fährt uns buchstäblich vor der Nase weg, also Zeit für einen Cappuccino im blitzsauberen und belebten Bahnhofscafé.
Dann im Bummelzug nach Bari: die Strecke führt weitgehend durch das Landesinnere, nur ab und zu blinkt das Meer durch. In Bari scheint wieder die Sonne: Vor dem Bahnhof ein Kreisverkehr mit eindrucksvollem Springbrunnen, eine Touristeninformation, die aber wg. Mittagspause-Siesta gerade geschlossen ist, eine Fußgängerzone führt in die Innenstadt.

Sommergewitter am Gargano

Morgens noch im Meer geplanscht.
Mittags ein Spaziergang am Strand und ein herrlich entspanntes Mittagessen unter Sonnenschirmen. Spaghetti, Bruschetta und Weißwein. Es ist schwül, nachmittags dann zunehmend windiger, der Himmel erst diesig dann zunehmend bewölkt.
Am frühen Abend dann noch einmal in die Stadt, ein wenig durch die Gassen flaniert: inzwischen ist es deutlich kühler geworden, der Himmel ist grau und über dem Meer sind schwere dunkle Gewitterwolken.
Zum Abendessen in ein Terrassenlokal mit Blick über die Bucht: die Dame des Hauses bittet uns nach drinnen, der kleine Gastraum wirkt fast wie das Wohnzimmer der Familie. Bei Pizza und Wein wird es draußen richtig dunkel und dann pladdert ein wolkenbruchartiger Regen und die Gassen verwandeln sich in Sturzbäche…

Peschici: im Fegefeuer

Sobald die Sonne untergegangen ist, verwandelt sich die weiße Stadt.
Dann ist sie weder weiß noch grau, sondern bunt. In den engen Gassen tobt das Leben.
Neben der Kirche ist die Fegefeuer-Gasse. Die ist ganz kurz, führt steil hinab und endet nach vielleicht zwanzig Metern an einer Weinbar.
Nein, sie endet dort nicht. Sie geht noch weiter, einen knappen Meter scharf links und dann noch steiler bergab, so schmal, dass ein beleibterer Mensch den Bauch einziehen müsste um durchzukommen. Heute Nacht aber ist gar kein Durchkommen: Vor der Weinbar tobt das Leben. Auf den wenigen Quadratmetern hat sich eine Band positioniert und spielt von schnulzigen Schnulzen bis hin zu landesüblichen Top-Hits alles, was die Leute hören wollen. Man holt sich seinen Wein oder sein Bier aus der Bar, trinkt und singt mit….

Isole di Tremiti

Als ich nach dem Aufwachen aus dem Fenster schaue, regnet es. Es hat wohl die ganze Nacht geregnet. Auf dem Weg zum Hafen nieselt es nur noch, und es ist ein warmer Sommerregen.
Das kleine Boot pflügt in einem derartigen Affenzahn über das Meer, dass man schon einen sehr guten Magen braucht um nicht seekrank zu werden. Ich schließe die Augen, schlafe ein, döse die Küste entlang und über das offene Meer. Irgendwann wage ich mich nach draußen aufs Deck – und, o Wunder, die Wolken sind weg, die Sonne strahlt und links voraus kann man schon die Inseln sehen. Nach zwei Stunden ist die kleine Insel San Nicola erreicht und der Himmel auch wieder so blau, wie sich das für diese Jahreszeit in dieser Gegend gehört.
Blick aus dem Fenster: Da prescht ein Schlauchboot mit Außenbordmotor vorbei und der Skipper scheint nicht zu merken, dass sich ein Stapel Papiere selbsttändig macht und über das Wasser verteilt. Zur anderen Seite eine kleine Hafenmole, dahinter ein Restaurant. Im Obergeschoss residiert die Guardia die Finanza.
„Willkommen am Nabel der Welt!‟ steht auf einer Tafel an der Hafenmauer.
Ein Cappuccino im Stehen.
Die Dame hinterm Tresen erklärt einem italienischen Touristen, was es hier auf der Insel so zu sehen gibt.
Der einzige Weg führt durch einen Tor steil bergauf zwischen dicken Mauern hinauf in die ehemalige Festung, die früher einmal eine Art Strafkolonie war. Heute ist hier eine freundliche kleine palmengesäumte Piazza mit Läden, Cafés, dem Rathaus und zwei oder drei Pensionen. Eine Freitreppe führt hinauf zur Kirche. Links daneben ist ein Kreuzgang und dahinter wieder dicke Festungsmauern. Ein Pfad führt über einen schmalen Grat – rechts und links fallen die Felsen fast senkrecht zum Meer hin ab – zum hinteren, unbewohnten Teil der Insel, hier gibt es nur sonnendurchglühtes Grasland, Gestrüpp und eine militärische Antennenanlage.
Also schnell wieder zurück, zum Hafen hinunter, wo das offene Ausflugsboot wartet. Einmal um die beiden bewohnten Inseln herum, an lauschigen Buchten und Felsen vorbei, in eine Grotte hinein und dann Badepause vor der unbewohnten dritten Insel Capraia. Hier soll es auf dem Meeresboden eine versenkte Heiligenstatue geben.
Ankunft auf San Dominio, der zweiten, größeren bewohnten Insel. Hier gibt es duftende Pinienwälder, ein kleines Dorf mit einer handvoll Restaurants, Hotels und Pensionen und immer wieder einen herrlichen Blick auf das tiefblaue oder türkisgrüne Meer.
Kurze Überfahrt zurück nach San Nicola, im Hafencafé noch etwas getrunken und dann eine schaufelige Rückfahrt zum Festland.