Albanien – Trivia und Praxistipps (Stand: September 2017)

  • Der Kauderwelsch-Sprachführer hat gute Dienste geleistet – auch wenn viele Albaner (oft aufgrund von Auslandsaufenthalten) Fremdsprachen beherrschen. Allerdings kommt es immer wieder mal vor, dass Englisch oder Deutsch nicht verstanden wird. Mit Händen und Füßen klappt die Verständigung aber in der Regel doch.
  • Vorsicht bei der Einreise mit der Fähre über Durres: Weder auf dem Schiff noch im Hafen / Ankunftsbereich kann man Geld wechseln. Siehe auch:
  • Geld abheben vom Bank-Automaten funktionierte in Durres problemlos (Visa-Card). Allerdings spuckte der Automat ausschließlich 5000-Lek-Scheine aus. 5000 Lek entsprachen im September 2017 ca. 35 EUR, sind jedoch in Albanien ein unangenehm hoher Betrag. Diese Scheine „klein“ zu bekommen war nicht einfach und führte zu peinlichen Situationen.
  • In der Innenstadt von Durres gab es mehrere Wechselstuben, in denen man Bargeld wechseln konnte.
  • Der Busbahnhof von Durres liegt zentral und wirkt zwar auf den ersten Blick chaotisch, wenn man sich einmal zurecht gefunden hat, funktioniert es jedoch einwandfrei. Busse nach Tirana fahren oft und fahren los, sobald sie voll sind. Zu anderen Zielen gibt es feste Abfahrtszeiten, die am Bus (Schild an der Windschutzscheibe) angeschlagen sind.
  • In Tirana gibt es mehrere Busbahnhöfe in verschiedene Richtungen – die Busbahnhöfe liegen außerhalb am Stadrand, man gelangt jedoch mit Stadtbussen dorthin.
  • Die Eisenbahn funktioniert…. aber nur ein bisschen

    Septemberreise 2017 nach Italien (Trentino, Apulien) und Albanien

    Die Rahmenbedingungen:

    Zwei Wochen Urlaub. Der Wunsch nach einer ausgewogenen Mischung aus Erholung und Abenteuer. Dabei wollen wir auf dem Boden bleiben – also kein Flugzeug besteigen. Nach Möglichkeit wollen wir alle Wege mit öffentlichen Verkehrsmitteln bewältigen und pro Tag nicht mehr als 6 Stunden unterwegs sein.
    Wir wollen etwas Neues kennen lernen – ein neues Land oder zumindest eine neue unbekannte Region. Und wir wollen Sonne. Im September.

    Die Route:

    Praktische Tipps

    Hafen von Durres (Albanien)

    (Stand: September 2017)
    Wir kommen gegen 08:00 Uhr morgens pünktlich mit der Fähre aus Bari in Durres an.
    Man geht durch den Fahrzeug-Bereich zu Fuß durch die Ladeklappe an Land und geht ein paar Meter zum Terminal-Gebäude. Dort durch die albanische Einreise-und Zollkontrolle. Für EU-Bürger reicht der Personalausweis. Die Kontrollen gehen zügig und problemlos.
    Nachdem man die Kontrollen durchlaufen hat, gelangt man in eine einfache, saubere Ankunftshalle. Linker Hand befinden sich die Schalter der verschiedenen Fährgesellschaften, rechter Hand ein Café. Vorsicht: es gibt keine Bankfiliale, keinen Geldautomaten, keine Möglichkeit, Geld zu wechseln (Im Café kann man aber auch in Euro bezahlen). Man wird auch nicht von privaten Geldwechslern angesprochen.
    Vor dem Gebäude warten zahlreiche Taxis, als Tourist wird man direkt angesprochen, für eine Fahrt ins Stadtzentrum verlangt der Taxifahrer 10 EUR.
    Es gibt auch eine Fußgängerbrücke, die vor dem Terminalgebäude beginnt und direkt am Rande der Innenstadt in der Nähe des Busbahnhofs endet.
    Die Rückreise beginnt im selben Gebäude, in der selben Halle: Man muss sein Ticket zunächst beim Schalter der Fährgesellschaft und anschließend an einem Check-In-Automaten bestätigen, bevor man durch die Kontrollen darf. Nach Durchlaufen der Kontrollen geht man dann zu Fuß aufs Schiff.

    Fähre von Bari (Italien) nach Durres (Albanien)

    Aktuell (September 2017) gibt es (mindestens) zwei Fährgesellschaften, welche die Strecke bedienen.
    Sowohl Fahrzeiten als auch Preise sind weitgehend identisch. Die Buchung gelingt problemlos online durch eines der großen Buchungsportale.
    Abfahrt von Bari ist um 23:00 Uhr, man muss zwei Stunden vorher im Hafen sein, heißt es im Ticket-Ausdruck. Der Check-In-Bereich (Eine Reihe von Abfertigungsschaltern der verschiedenen Fährgesellschaften im Freien, überdacht) befindet sich ca. ein bis zwei Kilometer westlich vom Liegeplatz des Schiffes entfernt.
    Der Taxifahrer vom Bahnhof verlangt zunächst einen Fixpreis von 12 EUR, der aber angeblich „nur“ zum Hafeneingang gilt und schlägt dann noch einem 3 EUR für die Strecke bis zum Check-In drauf.
    Vom Check-In gelangt man dann mit einem Gratis-Shuttle-Bus zum Liegeplatz des Schiffes, dort geht man durch die Zollkontrolle und dann zu Fuß auf das Schiff.
    Hinfahrt mit „Rigel 3“ von Ventouris Ferries: Man geht zu Fuß durch die Klappe in den Fahrzeug-Bereich, von dort führt eine Rolltreppe nach oben zu einer schicken „Rezeption“, dort werden die Kabinen zugewiesen.
    Kabine war okay: zwei Betten übereinander, ein Sessel, kleine Nasszelle. Auf dem Schiff gibt es ein Selbstbedienungs-Restaurant, mehrere Bars, sogar eine „Disco“. Das Schiff war offenbar früher einmal auf der Ostsee in Skandinavien unterwegs.
    Ankunft in Durres pünktlich gegen 08:00 Uhr (Siehe: Hafen Durres)
    Rückfahrt mit „Rigel 1“, ebenfalls von Ventouris Ferries: Das Schiff ist älter, war wohl früher einmal zu Sowjet-Zeiten vom damaligen Leningrad aus auf der Ostsee unterwegs (in einem Treppenhaus hängt eine Collage mit Abbildungen aus Leningrad!), aber ordentlich. Es gibt nur eine Bar und ein Seif-Service-Restaurant.

    Von Durres nach Bari: über das Meer zurück

    Am frühen Abend geht’s wieder zum Hafen. Noch ein schnelles Bier vor dem Check-In, dann durch die üblichen Kontrollen und auf den Dampfer. Noch ein zweites Bier und ein paar Spaghetti an Bord, dann ein paar Stunden Schlaf. In aller Frühe wird vehement gegen die Kabinentür geklopft, obwohl sich der Dampfer immer noch auf hoher See befindet, mindestens eine Stunde vom Ufer entfernt.
    Wenn wir dann endlich an Land sind, brennt die Sonne schon heiß auf die Mauern der großen Hafenstadt. Es bleibt noch Zeit um über weite Boulevards und durch enge Altstadtgassen zu schlendern und die Festung und die Kathedrale zu besuchen.

    Eisenbahn in Albanien

    Die gute Nachricht ist: sie funktioniert.
    Die schlechte Nachricht: wohl nur ein bisschen…
    Ende 2016 soll der Schienenverkehr im ganzen Land zeitweise komplett stillgestanden haben.
    Stand September 2017, Momentaufnahme an einem Dienstagmorgen:
    Im Bahnhof von Durres steht ein Zug, zwei ehemals deutsche Nahverkehrswagons, Graffitiverziert, eingeschlagene Fensterscheiben, das Innere ziemlich ramponiert. Davor eine schwere Diesellokomotive.
    Dieser Zug wird in ein oder zwei Stunden irgendwohin fahren, es sind Leute eingestiegen!
    Auf dem Nebenbahnsteig stehen nochmals drei Wagons in ähnlich ramponiertem Zustand, den man in Deutschland wohl als „schrottreif“ bezeichnen würde. Diese Wagons werden gerade gereinigt.
    Vor dem Bahnhofsgebäude steht eine Anzeigetafel. Der Fahrplan für das ganze Land passt auf eine einzige Seite: Zweimal am Tag geht’s nach Kashar (ca. 10 KM außerhalb von Tirana, Endstation der Linie, die ehemals nach Tirana führte), und jeweils einmal am Tag nach Shkoder und Elbasan.
    Der Kopfbahnhof Durres befindet sich nach wie vor in zentraler Lage direkt neben dem Busbahnhof, nicht weit von Hafen und Innenstadt. Es gibt eine saubere Bahnhofshalle mit Café und zwei Fahrkartenschaltern. Darüber sind die Preise für Fahrkarten angeschlagen: Alle Tickets sind unschlagbar billig.
    Draußen ist ein Mittelbahnsteig mit je einem Gleis links und rechts.

    Hier der Fahrplan, Stand September 2017 (abgeschrieben von der Anzeigetafel vor dem Bahnhofsgebäude):

      Durres nach Kashar (Ticket: 70 Lek):

      • Abfahrt Durres 07:10 – Ankunft Kashar 07:52
      • Abfahrt Durres 14:30 – Ankunft Kashar 15:13
      Kashar – Durres

      • Abfahrt Kashar 07:00 – Ankunft Durres 07:43
      • Abfahrt Kashar 08:30 – Ankunft Durres 09:13
      Durres nach Shkoder (Ticket: 160 Lek):

      • Abfahrt Durres 13:00 Uhr – Ankunft Shkoder 16:45
      Shkoder – Durres

      • Abfahrt Shkoder – 05:45 – Ankunft Durres 09:35
      Durres – Elbasan (Ticket 145 Lek):

      • Abfahrt Durres 14:45 – Ankunft Elbasan 17:31 (??? unleserlich!)
    • Abfahrt Elbasan 06:10 – Ankunft Durres 09:10 (??? unleserlich!)

    P.S.: Leider hatte ich keine Gelegenheit, mit der Bahn zu fahren.

    Kruja: Die Burg in den Bergen

    Der Weg führt zunächst durch die staubige Küstenebene und dann durch duftende Pinienwälder in Serpentinen steil bergauf. Touristenbusse quälen sich durch die Gässchen des Ortes zum Parkplatz. Auf dem Weg zur Burg reiht sich ein Souvenirstand an den Anderen. Man braucht kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn man fotografieren will.
    Am Burgtor verkauft ein älterer Herr Bücher über die Geschichte des Ortes – die hat er selbst geschrieben und natürlich gibt er auch gerne eine persönliche Widmung.
    Auf dem Gelände der Burg steht ein modernes Museum, welches dem Nationalhelden gewidmet ist. Von einer Terrasse hat man einen weiten Blick über die Küstenebene bis zum Meer.
    Oberhalb des Museums ist ein alter Turm, daneben ein lauschiges Restaurant. Geheimnisvoll ist der unterste Teil des ummauerten Areals, hier sind enge Gässchen – die zugehörigen Gebäude längst verfallen, und im hintersten Winkel ist ein winziges Gärtchen, mit einem uralten Olivenbaum darin und einem versteckten Heiligtum darin.

    Tirana: Erkundungen und Entdeckungen im Fremden Land

    Natürlich gibt es in diesem fremden, fremden Land eine Menge zu sehen und zu erleben.
    Die große Stadt ist weder schwermütig grau noch hinterwäldlerisch zurückgeblieben, es ist eine quicklebendige, bunte Großstadt, die alles hat, was eine Großstadt so braucht: Cafés, Geschichte, Kultur und das ist noch lange nicht alles… es gibt noch viel mehr zu entdecken, und heute geht es in die Berge.

    Tirana: die große Stadt im fremden, fremden Land

    Wie funktioniert das Reisen in diesem Land?
    Gibt es so etwas wie Busse? Wo fahren die hin, wie oft und wie langsam? Gibt es überhaupt lohnenswerte Ziele in diesem Land, die zu besuchen sich lohnen würde?
    Am Rande der Innenstadt, kurz vor dem Hafen finden wir den Busbahnhof und dort einen abfahrbereiten Reisebus. Auf den Seiten steht noch der Name eines deutschen Reiseunternehmers und vorn, wo normalerweise das Fahrtziel angeschlagen ist auf deutsch das Wort „Einsatzwagen“. In der Windschutzscheibe vor dem Lenkrad dann noch ein kleines Pappschild, darauf der Name der Großen Stadt. Ein junger Mann knöpft uns ein paar lappige Geldscheine ab, und dann geht es los… über eine gut ausgebaute vierspurige Straße durch unspektakuläre Landschaft.
    Am Rande der Großen Stadt ist Endstation. Autos, Busse und Lastwagen hupen sich rund um einen Kreisverkehr. Ein Stadtbus – drinnen noch der Linienplan einer französischen Provinzstadt – bringt uns ins Zentrum.

    Durres, Albanien: erste Schritte im fremden, fremden Land…

    Der Dampfer legt an.
    Zwischen Bussen und LKW’s aus der Ladeluke an Land krabbeln mit Koffer im Schlepptau. Kontrolle hier, Kontrolle dort, Espresso im Stehen und Taxi in die Stadt.
    Aus dem Autofenster Blick auf Inschriften in einer unbekannten Sprache. Menschen sitzen in Cafés, machen sich auf den Weg zur Arbeit, flanieren und kaufen ein.
    Immer noch kein fremdes Geld in der Tasche. Der Automat an der Bank spuckt unhandlich große Scheine aus, die kleinzukriegen gar nicht so einfach ist und peinliche Situationen mit sich bringt.
    Der Espresso ist so gut wie auf der anderen Seite des Meeres, die Sonne strahlt, die Stadt ist wuselig und Manches ist hier anders…

    Morgengrauen in Albanien: zu neuen Ufern

    Im leichten Nieselregen zur Bushaltestelle. Später dann Pladderregen über dem Meer. Immer noch Pladderregen beim Umsteigen in den Bummelzug. Der nächste Bummelzug fährt uns buchstäblich vor der Nase weg. Zeit für einen Cappuccino im Bahnhofscafé. Der Regen ist schon fast weg.
    Im Laufe der weiteren Fahrt klart es auf und in der großen Stadt scheint schon die Sonne. Palmen und blauer Himmel an der Hafenpromenade. Mächtige Mauern, eindrucksvolle Kirchen, verwinkelte Altstadtgassen.
    Pasta im Straßencafé, da ziehen wieder Wolken auf. Beim Eis auf dem Flanierboulevard tröpfelt es. Am Bahnhof schüttet es aus Eimern. Auch noch während der Taxifahrt zum Hafen.
    Check In, Kontrolle hier, Kontrolle dort, dann endlich auf den Dampfer. Die Kabine ist eng und ein bisschen müffelig und nachts schaukelt der Kahn ganz ordentlich.
    Im Morgengrauen ist Land in Sicht.