Sommergewitter am Gargano

Morgens noch im Meer geplanscht.
Mittags ein Spaziergang am Strand und ein herrlich entspanntes Mittagessen unter Sonnenschirmen. Spaghetti, Bruschetta und Weißwein. Es ist schwül, nachmittags dann zunehmend windiger, der Himmel erst diesig dann zunehmend bewölkt.
Am frühen Abend dann noch einmal in die Stadt, ein wenig durch die Gassen flaniert: inzwischen ist es deutlich kühler geworden, der Himmel ist grau und über dem Meer sind schwere dunkle Gewitterwolken.
Zum Abendessen in ein Terrassenlokal mit Blick über die Bucht: die Dame des Hauses bittet uns nach drinnen, der kleine Gastraum wirkt fast wie das Wohnzimmer der Familie. Bei Pizza und Wein wird es draußen richtig dunkel und dann pladdert ein wolkenbruchartiger Regen und die Gassen verwandeln sich in Sturzbäche…

Peschici: im Fegefeuer

Sobald die Sonne untergegangen ist, verwandelt sich die weiße Stadt.
Dann ist sie weder weiß noch grau, sondern bunt. In den engen Gassen tobt das Leben.
Neben der Kirche ist die Fegefeuer-Gasse. Die ist ganz kurz, führt steil hinab und endet nach vielleicht zwanzig Metern an einer Weinbar.
Nein, sie endet dort nicht. Sie geht noch weiter, einen knappen Meter scharf links und dann noch steiler bergab, so schmal, dass ein beleibterer Mensch den Bauch einziehen müsste um durchzukommen. Heute Nacht aber ist gar kein Durchkommen: Vor der Weinbar tobt das Leben. Auf den wenigen Quadratmetern hat sich eine Band positioniert und spielt von schnulzigen Schnulzen bis hin zu landesüblichen Top-Hits alles, was die Leute hören wollen. Man holt sich seinen Wein oder sein Bier aus der Bar, trinkt und singt mit….

Ferrovie del Gargano – Bahn und Bus auf dem Gargano

Der Bahn- und Busverkehr auf dem Gargano wird von den privaten Ferrovie del Gargano betrieben.
Die Bahnlinie führt von Foggia über San Severo auf die Nordseite der Gargano-Halbinsel über Apricena, San Nicandro und Rodi und endet in Calenella, ca. 6 KM vor Peschici. Von dort gibt es eine Buslinie über Peschici nach Vieste (interessant: die Bahnlinie führt jetzt direkt durch den Ort Apricena – früher führte sie wohl in weitem Bogen am Ort vorbei).
Von Vieste aus führt eine weitere Buslinie an der Südseite des Gargano nach Manfredonia (von dort Trenitalia-Zug nach Foggia und weitere Buslinien).
Die Züge von Foggia bis Peschici-Calenella fahren tagsüber ca. alle 2 Stunden. In Calenella besteht normalerweise Bus-Anschluss nach Peschici und Vieste (ebenfalls ca. alle 2 Stunden).
Die Abfahrtszeiten findet man auf italienisch auf der brauchbaren Webseite der Ferrovie del Gargano.
Eine Merkwürdigkeit:
Tickets bekommt man ausschließlich in bestimmten Cafés und Tabakläden, nicht jedoch an den Fahrkartenschaltern und Automaten der großen Hauptstrecken-Bahnhöfen Foggia und San Severo.
In Foggia bekommt man die Tickets in dem Kiosk / Tabakladen in der Bahnhofshalle.
In San Severo bekommt man Tickets in dem Café auf der anderen Seite des Bahnhofsplatzes (vom Hauptausgang gesehen schräg links).
In den kleinen Orten ebenfalls in verschiedenen Cafés in Bahnhofsnähe. An den Bahnhöfen selbst gibt es keine Automaten und auch keine eigenen Fahrkartenschalter.
In allen Zügen fahren Schaffner bzw. Zugbegleiter mit, die auch Fahrkarten verkaufen, diese sind dann allerdings etwas teurer als im Vorverkauf.
Im September 2017 gab es auf einem Teil der Strecke Schienenersatzverkehr mit Bussen.

Isole di Tremiti

Als ich nach dem Aufwachen aus dem Fenster schaue, regnet es. Es hat wohl die ganze Nacht geregnet. Auf dem Weg zum Hafen nieselt es nur noch, und es ist ein warmer Sommerregen.
Das kleine Boot pflügt in einem derartigen Affenzahn über das Meer, dass man schon einen sehr guten Magen braucht um nicht seekrank zu werden. Ich schließe die Augen, schlafe ein, döse die Küste entlang und über das offene Meer. Irgendwann wage ich mich nach draußen aufs Deck – und, o Wunder, die Wolken sind weg, die Sonne strahlt und links voraus kann man schon die Inseln sehen. Nach zwei Stunden ist die kleine Insel San Nicola erreicht und der Himmel auch wieder so blau, wie sich das für diese Jahreszeit in dieser Gegend gehört.
Blick aus dem Fenster: Da prescht ein Schlauchboot mit Außenbordmotor vorbei und der Skipper scheint nicht zu merken, dass sich ein Stapel Papiere selbsttändig macht und über das Wasser verteilt. Zur anderen Seite eine kleine Hafenmole, dahinter ein Restaurant. Im Obergeschoss residiert die Guardia die Finanza.
„Willkommen am Nabel der Welt!‟ steht auf einer Tafel an der Hafenmauer.
Ein Cappuccino im Stehen.
Die Dame hinterm Tresen erklärt einem italienischen Touristen, was es hier auf der Insel so zu sehen gibt.
Der einzige Weg führt durch einen Tor steil bergauf zwischen dicken Mauern hinauf in die ehemalige Festung, die früher einmal eine Art Strafkolonie war. Heute ist hier eine freundliche kleine palmengesäumte Piazza mit Läden, Cafés, dem Rathaus und zwei oder drei Pensionen. Eine Freitreppe führt hinauf zur Kirche. Links daneben ist ein Kreuzgang und dahinter wieder dicke Festungsmauern. Ein Pfad führt über einen schmalen Grat – rechts und links fallen die Felsen fast senkrecht zum Meer hin ab – zum hinteren, unbewohnten Teil der Insel, hier gibt es nur sonnendurchglühtes Grasland, Gestrüpp und eine militärische Antennenanlage.
Also schnell wieder zurück, zum Hafen hinunter, wo das offene Ausflugsboot wartet. Einmal um die beiden bewohnten Inseln herum, an lauschigen Buchten und Felsen vorbei, in eine Grotte hinein und dann Badepause vor der unbewohnten dritten Insel Capraia. Hier soll es auf dem Meeresboden eine versenkte Heiligenstatue geben.
Ankunft auf San Dominio, der zweiten, größeren bewohnten Insel. Hier gibt es duftende Pinienwälder, ein kleines Dorf mit einer handvoll Restaurants, Hotels und Pensionen und immer wieder einen herrlichen Blick auf das tiefblaue oder türkisgrüne Meer.
Kurze Überfahrt zurück nach San Nicola, im Hafencafé noch etwas getrunken und dann eine schaufelige Rückfahrt zum Festland.

Regen in Peschici

Es regnet.
Seit gestern Abend. Die ganze Nacht lang. Wie kann das sein?
„Die wenigen Niederschläge fallen in dieser Region weitgehend ausschließlich im Herbst und Winter.“, so heißt es im Reiseführer. Und auf Wikipedia, wobei man sich fragt, wer wohl von wem abgeschrieben hat. Jedenfalls hatten sie Unrecht: Es regnet, ununterbrochen, seit mindestens zehn Stunden schon und die weiße Stadt ist grau geworden.
Grau ist auch das Meer, leicht gekräuselt, wie gestern. In Regenjacken verpackt stapfen wir zum Hafen, wo unser Schiff wartet…

Peschici: die weiße Stadt am Meer

Ein Haufen weißer Häuserwürfel auf einem Felsenkamm, der die Bucht überragt.
Nicht so makellos weißgetüncht wie anderswo, keine markanten Bauwerke, die aus dem Würfelhaufen herausragen würden.
Mit dem Auto fährt man eine Serpentinenstraße hinauf. Zu Fuß kann man die Treppen nehmen.
Oben angekommen erreicht man ein Gewusel von engen Gässchen. Nichts Besonderes auf den ersten Blick.

Peschici: Wie der Strand funktioniert

Heute gibt’s Wellen. Die sind zwar ganz zahm, kein Surfer würde sich die die Mühe machen, sein Gerät auszupacken und in anderen Gefilden täte man das Ganze als leichtes Gekräusel ab – hier und jetzt aber ist die Situation so ernst, dass an den Hochsitzen der Strandwächter die rote Flagge gehisst wird.
Die Badegäste halten sich dran. Fast alle. Wer doch reinhupft, der hat heute das ganze Meer für sich allein.
Der Rest bleibt brav auf den Liegen unter gelb-roten oder blau-weißen Sonnenschirmchen oder auf anarchisch ausgebreiteten Strandlaken in der umparzellierten Zone. Da haben sich auch die die afrikanischen Händler niedergelassen: Frisch vom Badetuch gibt es Handtaschen, Turnschuhe, Uhren und frischgepresstes extra-jungfräuliches Olivenöl zu kaufen. Für Letzteres werden nur Bestellungen entgegengenommen, geliefert wird dann direkt zum Hotel.
In Badehose vorbei an schwer arbeitenden Gemüsearbeitern durch den verbotenen Gemüsegarten zu laufen erschien mir doch ein wenig unpassend – stattdessen durchquere ich das parzellierte Areal exakt an der Grenze zwischen der blauweißen und rotgelben Zone, bereit, jederzeit ins Ausland überzuwechseln, falls ich angesprochen werden sollte, aber es interessiert sich zum Glück niemand für meine Grenzverletzungen.
Die vordersten fünf Meter – direkt am Wasser – sind übrigens so eine Art internationale Zone. Da darf man unbehelligt entlangflanieren – oder den Einwohnern aller Zonen vom handgezogenen Wagen herab bunte Tücher und anderen Schnickschnack verkaufen.
Zum Schwimmen zieht man sich dann besser doch wieder an den Hotelpool zurück.

Peschici: Wo ist das Meer?

Aufwachen, frühstücken, und dann ab in den Pool.
Das Wasser ist kühl, der Himmel blau – und das Meer nur einen Steinwurf entfernt. Raus aus dem Pool, das Hotelgelände durch den Hintereingang verlassen und keine hundert Meter weiter, am Ende des asphaltierten Weges beginnt der Strand. Also, schwupps, und… wenn das mal so einfach wäre!
Strände sind in diesem Land streng parzelliert. Links von mir stehen lauter gelbrotgestreifte Sonnenschirmchen akkurat in Reih und Glied vor roten und gelben Sonnenliegen. Den Eingang zum gelbroten Reich ziert ein fröhlicher Torbogen. Eine Reihe von Pfosten markiert die Grenze. Unmittelbar dahinter regieren die blauweißen Schirmchen, ebenso akkurat platziert und das weißblaue Tor wird von einem Zerberus bewacht, begleitet von einem Schild, welches eindeutig klarstellt, dass Personen, die nicht zum weißblauen oder zum rotgelben Kundenkreis gehören hier nichts verloren haben.
Etwa hundert Meter weiter ist ein Streifen sonnenschirmlosen Strandes. Aber wie hinkommen, ohne das weißblaue oder rotgelbe Territorium zu durchqueren? Zwischen dem sonnenschirmfreiem Strand und dem Rest der Welt ist eine Mauer. Darin ist ein Tor. Das steht offen. Hinter dem Tor ist ein Gemüsegarten, der sich bis zur Straße erstreckt. Da ist noch ein Tor. Daran ein Schild, welches sagt, dass es sich hier um Privatgelände handelt und der Durchgang strengstens verboten ist.
Was eine mit Strandutensilien bepackte Familie nicht daran hindert, erhobenen Kopfes hindurchzuschreiten. Dicht gefolgt von einem jungen Pärchen, einem älteren Paar, einer weiteren Familie und einem Herrn mit Hund.
Ich werde noch eine Weile brauchen, bis ich diese Regeln verstanden habe.

Ein Abend in Rimini

Der Zug, der uns aus den Bergen hinausführt, hat Verspätung.
Beim Umsteigen in Bologna ist natürlich der Anschluss weg. Auf dem wuseligen Bahnhof ist es südländisch-sommerlich heiß. Eine Dreiviertelstunde bis zum nächsten Zug und eine weitere Dreiviertelstunde im klimatisierten Schnellzug.
Rimini ist ganz anders als das, was man sich darunter vorstellt. Ehrlich gesagt, habe ich mir gar nichts vorgestellt. Oder vielleicht doch? Die Urlauber, die vor fünfzig Jahren schon hier waren, kommen immer noch her, mit Rollator, Rollstuhl und Elektro-Scooter. In der Innenstadt gibt es einen zweitausend Jahre alten Torbogen, eine ebenso alte Brücke, über die heute noch Autos donnern und noch weitere Baudenkmäler aus dieser Zeit. Dazwischen Kirchen und Paläste – es ist eine sehr alte Stadt, was schon Wikipedia weiß, aber das Stadtbild ist ein bisschen uneinheitlich, unaufgeräumt und durcheinander. Auf der großen Piazza flanieren überwiegend Einheimische.
Am Flüsschen entlang gelangt man zum Meer.
Als die Sonne untergeht, ist es immer noch warm.

Aufbruchsmorgen in Trient

Die Sonne strahlt vom wolkenlos blauen Himmel und die Berge strahlen zurück.
Es ist gar nicht so leicht, ein passendes Café zum Frühstücken zu finden: Lokale gibt’s genug. Auch in den Restaurants und den Bier- und Weinbars bekommt man morgens seinen Kaffee. Die Auswahl fällt schwer. Die Kunst besteht darin, es so zu machen wie die Einheimischen: ein Cappuccino und eines jener pappsüß überzuckerten mit Vanille- oder Schokoladensoße gefüllten Croissants am Tresen im Stehen zu sich zu nehmen – und dabei nicht zu krümeln.
Die Straßen sind belebt. Auf dem Markt wird verkauft, Arbeiter arbeiten, Geschäftsleute telefonieren und Touristen pilgern zur Burg, die wir auf dem Weg zum Bahnhof fast zufällig entdecken.

Nonstalbahn (Bahnstrecke Trient – Cles – Male – Mezzana)

Von Trient aus führt eine Schmalspurbahn zunächst Etsch-aufwärts parallel zur Hauptstrecke bis Mezzocorona und biegt dort ins Nonstal (Val di Non) ab. Die Strecke führt dann zunächst durch eine Schlucht, schraubt sich dann auf eine Hochebene hinauf, erreicht den Hauptort Cles und biegt dann in das Val die Sole ab.
Endstation war bislang der beschauliche Bergort Malé, inzwischen führt die Strecke aber noch ein paar Kilometer weiter bis Mezzana.
Tagsüber fahren die Züge ca. alle zwei Stunden, zur Hauptverkehrszeit auch öfters.
Die Abfahrtszeiten finden sich (nur auf italienisch) auf der Webseite von Trentino Transporti. Die Seite ist allerdings recht unübersichtlich.
Auf den Fahrplänen von Trenitalia existiert die Bahn nicht. Die Bahnhöfe haben Ticket-Schalter, einige kleinere Bahnhöfe auch Automaten. In den Zügen fahren Schaffner bzw. Zugbegleiter mit, die auch Fahrkarten verkaufen.
Die Endstation in Trient befindet sich an der Nordseite des Hauptbahnhofes (wenn man vor dem Gebäude steht nach rechts gehen oder auf dem Bahnsteig 1 in nördliche Richtung gehen) , es gibt dort eine eigene kleine Bahnhofshalle.

Der zweite Abend in Trient: Die Kunst des Aperitivo

Mildes, goldenes Abendlicht in der Stadt. Die Piazza sieht von jeder Seite aus anders aus. Die Straßen sind voller fröhlicher junger, junggebliebener und nicht ganz so junger Leute, es geht ums Sehen und gesehen werden.
Im Café am Dom ist Happy Hour. Ich ordere einen Aperol Spritz. Dazu gibt es pikant gewürzte Kartoffelecken. Anderswo gibt es zum Drink kleine Canapés, oder Oliven, Chips und Knabberzeug. Es macht Spaß, Leute zu beobachten.

Von Trient ins Nonstal

In einer Viertelstunde geht der Zug. Aber von wo? In den Fahrplänen am Bahnhof ist er nicht zu entdecken, im Internet genausowenig, und es dauert eine Weile bis wir herausfinden, dass sich am nördlichen Ende des Bahnhofes noch ein kleiner Extra-Bahnhof befindet, mit eigener Bahnhofshalle, zwei blitzsauberen Bahnsteigen und modernen Elektrotriebwagenzügen, in denen es sogar Wlan gibt. Nur Ticketautomaten sind nirgens zu sehen, man muss ganz altmodisch an den Schalter.
Das Bähnchen zockelt los, zunächst durch Vororte, dann weitläufige Obstplantagen, schließlich biegt es in das enge Seitental ein, durch eine Schlucht und dann spektakulär am Hang entlang hinauf in das Hochtal, am Stausee vorbei, durch weitere Obstplantagen, Wald und Berglandschaften zur Endstation Malé.
Wo sind wir hier?
Das Bergdorf ist in der Mittagszeit wie ausgestorben. Die Läden sind geschlossen. Es gibt zwei Kirchen und zwei Cafés und drumherum eine Menge Wald, Fels und schneebedeckte Gipfel.
Wir fahren mit dem nächsten Zug ein paar Stationen zurück nach Clés. Der Ort wirkt viel städtischer. Auf dem Markt gibt es billige Kleidung aus China und alles, was man sonst noch zum Leben braucht. Eine Seitenstraße führt aus dem Städtchen hinaus in die Obsthaine und weiter zu der Burg, die den oberen Teil des Tales bewacht.

ein Abend in Trient

Erster Spaziergang in die Stadt. Ich habe keine Ahnung, was mich erwartet. Die Straßen sind blitzsauber, es gibt Durchgänge mit Innenhöfen und schließlich landet man auf einer Prachtstraße, die auf den Dom zuführt.
Davor eine Piazza mit einem Brunnen, an der Seite mehrere Cafés. Also Zeit für einen Espresso – natürlich im Stehen an der Bar. Und jetzt noch ein Mineralwasser dazu. Wie ordert man das korrekt auf italienisch? Kann man sich einfach so in der Kühlvitrine bedienen?
Draußen regnet es wieder ganz leicht und die Flaneure packen Regenschirme aus.
Zeit fürs Abendessen. Restaurants gibt es genug: schicke und teure Restaurants, Restaurants ohne Speisekarte und einfache Pizzerien. Die italienische Kunst des Aperitif-Nehmens muss man noch lernen. Und zum Nachtisch ein Eis – da kann man nichts falsch machen in diesem Land. Den Blick über die Piazza und den Neptun-Brunnen, über die bunten Gebäude hinweg auf die Berge gibt es gratis dazu.

über den Brenner nach Trient

Ein kühler Morgen dämmert herauf.
Es ist nicht mehr Sommer und noch nicht Herbst. Sonntagmorgen: in den Straßen ist es feierlich-still, nur am Bahnhof ein bisschen Leben. Immerhin, die Bäckerei ist geöffnet und es gibt Kaffee und Brezeln.
Der Regionalzug steht bereit und zockelt pünktlich los.
Nebelfetzen über den Wiesen.
In München steigen wir in den Eurocity, der uns auf die andere Seite der Alpen bringen wird. Der Zug ist brechend voll. Reisende granteln einander an, schieben voluminöse Koffer durch die Gänge und streiten darüber, wer wem aus dem Weg zu gehen hat. Es geht los. Draußen Nieselregen. Pfützen auf den Wiesen. Dramatisch dunkle Wolken und Nebelfetzen, die durch die Täler wabern. An der Grenze steigt die Schulklasse aus, von hier an wird es allmählich leerer. Der Zug schraubt sich die Berge hinauf.
Am Brenner haben wir eine knappe Viertelstunde Aufenthalt. Am Bahnsteig stehen Polizisten. Ich steige aus, um mir die Füße zu vertreten. Rein theoretisch hätte ich sogar Zeit für einen Espresso.
Dann geht es weiter, ab Bozen ist der Himmel hin und wieder blau, aber beim Aussteigen in Trient nieselregnet es wieder.
Immerhin: ein freundlicher, warmer Sommernieselregen…

London für Einsteiger

London ist spannend. London hat mehr Einwohner als manches Land. London ist eine eigene Welt.
Aber London ist teuer… nicht bloß teuer, sondern sauteuer!
Dennoch: man kann die Stadt genießen, ohne dabei arm zu werden. Dabei gibt es allerdings ein paar Grundsätze, die man beherzigen sollte:

  • Erstens: Alles, was Eintritt kostet, ist in der Regel für unsere Begriffe exorbitant teuer. Seit einigen Jahren sind auch die großen Kirchen eintrittspflichtig. Manche Dinge lohnen sich dennoch (z.B. Tower of London, Kew Gardens, Westminster Abbey…), Vieles sind Touristenfallen, die man sich auch sparen kann. Ich war noch nie bei Madame Tussaud und auch nicht in den London Dungeons. Viele Dinge – darunter viele großartige Museen hingegen sind kostenlos (z.B. das British Museum, die National Gallery, das Tate Modern…).
  • Zweitens: Es gibt in London wirklich guter Restaurants. Sogar ziemlich viele. Alle sind sie exorbitant teuer. Es gibt auch günstige Restaurants (z.B. indische / bengalische Restaurants in der Brick Lane) – aber die sind nicht leicht zu finden. Wer ungeduldig ist, ist mit Fish and Chips, indischem und chinesischem Takeaway oder Supermärkten besser bedient…
  • Drittens: Spaziergänge kosten nichts. .. und sind mehr als spannend!

Hier die Basis-Tipps:

…und hier ein paar Sehenswürdigkeiten und Kuriositäten, die man nicht in jedem Reiseführer findet

London für Einsteiger: Herumkommen (Erste Grundlektion für das Nutzen von Bus und Bahn)

Ein allererster Tipp: Auch wenn London riesengroß ist – die Innenstadt ist erstaunlich kompakt, viele Sehenswürdigkeiten lassen sich zu Fuß erkunden und es gibt viele spannende „Walking Tours‟. Aber davon später.
Wer in London von A nach B kommen will, hat die Qual der Wahl. Es gibt Taxi, Bus, U-Bahn und Zug. Einige Vorort-Bahnlinien mit dichter Zugfolge haben eine gewisse Ähnlichkeit mit S-Bahn Linien (z.B. – aber nicht nur – das „Overground Network‟). Außerdem gibt es noch Leihfahrräder, Fahrrad-Rikschas, eine Straßenbahn, Ausflugsboote auf der Themse und auf den Kanälen und sogar eine Seilbahn. Aber davon später.
Alle öffentlichen Verkehrsmittel gehören zu „Transport for London‟ (TfL).
Tickets bekommt man beim Busfahrer und an den Fahrkartenautomaten und (wenigen) Schaltern an den U-Bahn-Stationen und Bahnhöfen. Bei der U-Bahn und bei den Vorortzügen wird der Zugang zu den Bahnsteigen durch Schranken geregelt. Hinein kommt man nur mit Ticket. Innerhalb des „kontrollierten Bereichs‟ kann man dann, wenn nötig, umsteigen, beim Ausgang aus dem Bahnhof wird das Ticket wieder kontrolliert. Schwarzfahren ist also so gut wie unmöglich. Bei Bussen muss für jede Fahrt ein neues Ticket gelöst werden, es ist also sinnvoll, möglichst selten umzusteigen.
Die Preise für Einzelfahrscheine wurden in den vergangenen Jahren fast prohibitiv erhöht. Wer also heutzutage beim Busfahrer oder am U-Bahn-Automaten ein Einzelticket löst, zahlt viel mehr – fast doppelt so viel – wie nötig.
Eigentlich jeder, der die öffentlichen Verkehrsmittel in London nutzt, besitzt (mindestens) eine „Oyster Card‟. Das ist eine mit einem Chip versehene Plastikkarte, auf die man einen beliebigen Geldbetrag „aufladen‟ kann. Die Karte muss vor jeder Bus- und Bahnfahrt an die gelben Lesegeräte gehalten werden – und zwar, ganz wichtig – bei U-Bahn und Zug auch beim Aussteigen (bei Bussen reicht es, die Karte beim Einsteigen vorzuzeigen). So wird bei jeder Fahrt der entsprechende Betrag automatisch abgebucht („Touch in – touch out‟). Vorsicht: vor allem bei außerhalb gelegenen Stationen gibt es beim Ausgang keine Sperren. Das verleitet dazu, einfach so hindurch zu marschieren. Das aber ist fatal: dann wird auf der „Oyster Card‟ ein Maximalbetrag – eine Art Strafgebühr – abgebucht. Also: beim Aussteigen darauf achten, die Karte an das gelbe Lesegerät zu halten.
Die „Oyster Card‟ bekommt man in den U-Bahn Stationen an entsprechenden Automaten für 5 GBP, wobei dieser Betrag – rein theoretisch – auch bei Rückgabe der Karte (am Schalter) zurückerstattet wird. Das Aufladen geht an den Automaten entweder mit Bargeld, Kreditkarte oder Bankkarte (deutsche Bankkarten funktionieren nicht immer, Kreditkarten in der Regel schon).
Gute Nachricht für Leute, die viel unterwegs sind: pro Tag wird nur ein Maximalbetrag – vergleichbar mit den Kosten für ein „Tagesticket‟ (welches es am Automaten immer noch gibt) abgebucht.

London für Einsteiger: Hinkommen und Ankommen

Hinkommen ist das geringste Problem!

  • Mit dem Flugzeug
    Heutzutage dürfte es von so ziemlich jedem deutschen Regionalflughafen eine Billigflug-Verbindung nach London geben. Die Preise sind generell, aber nicht immer um so niedriger, je früher man bucht und beliebte Reisetage sind rasch ausgebucht (zumindest was erschwingliche Ticketpreise angeht) und der Erfindungsreichtum der Airlines in Bezug auf Extragebühren für Gepäck, Sitzplatzreservierung oder Verpflegung an Bord ist immens. Die billigsten Tickets haben oft furchtbare Abflug- oder Ankunftszeiten. Wie man es schaffen will, um vier Uhr früh rechtzeitig zum Check-In an irgendeinem Provinzflughafen zu stehen, muss jeder selbst wissen. Oder halt doch bereit sein, etwas mehr zu zahlen um den ersten Zug oder Bus nehmen zu können. Man sollte auch darüber nachdenken, wann und vor allem wo man ankommt…
    Ankommen
    London hat fünf Flughäfen:
    Heathrow, der Größte und Bekannteste liegt im Westen und am Ende einer U-Bahn-Linie, der Piccadilly Line. Mit der U-Bahn („Tube‟) braucht man eine gute Stunde – oder besser eineinhalb – bis in die Innenstadt. Dies ist definitiv auch die Billigste Variante um in die Stadt zu kommen. Die Teurere ist der Heathrow Express, ein Zug der zur Paddington Station (am Westrand der Innenstadt) fährt. Von dort muss man dann mit U-Bahn und Bus weiter, was im Endeffekt dann womöglich auch nicht unbedingt viel schneller ist als mit der Piccadilly Line. Heathrow hat fünf Terminals, die weit auseinanderliegen, und drei UBahn-Stationen, beim Rückweg also vorher darauf achten, von wo der Flieger abfliegt!
    Gatwick, die zweitgrößte Flughafen liegt ziemlich weit außerhalb im Süden und ist mit der Bahn z.B. von Victoria Station zu erreichen (Der Schnellzug Gatwick Express braucht eine Viertelstunde, der günstigere Regionalzug wesentlich länger).
    Luton Airport liegt im Nordwesten, noch weiter außerhalb, und hat keinen direkten Bahnanschluss, von der nächstgelegenen Bahnstation muss man in einen Bus umsteigen, für die An- und Abreise also reichlich Zeit einplanen!
    Stansted Airport liegt im Nordosten. Hier kommen die meisten Billigflieger an. Stansted ist mit der Bahn erreichbar. Der Stansted Express fährt regelmäßig – zeitweise jede Viertelstunde – und braucht bis zur Liverpool Street Station am Ostrand der Innenstadt eine Dreiviertelstunde – manchmal auch länger. Die Tickets sind nicht billig. Die billigere, aber vor allem tagsüber viel langwierigere Alternative ist der Bus. Züge und Busse fahren rund um die Uhr, nachts natürlich weniger häufig. Aber es ist möglich, um drei Uhr früh nach Stansted zu fahren, wenn man um vier Uhr einchecken muss! Alternative: für die letzte Nacht eine Hotelunterkunft am Flughafen buchen. Die Auswahl dort ist eingeschränkt und nicht billig, aber unter Umständen günstiger als in der Londoner Innenstadt.
    Der City-Airport liegt – anders als der Name vermuten mag natürlich nicht direkt in der Innenstadt, ist aber von allen Flughäfen der am Nächsten Gelegene und auch der Kleinste. Die Zeitersparnis gegenüber Heathrow oder Stansted kann beträchtlich sein – was aber vor allem daran liegt, dass aufgrund des deutlich geringeren Passagieraufkommes die Abfertigung viel schneller geht. Das hat natürlich seinen Preis! Mit der Docklands Light Railway erreicht man die Innenstadt – wenn man Glück hat – in einer halben Stunde.
  • Mit der Bahn
    Mit ICE oder Thalys und Eurostar ist man von Köln aus in fünfeinhalb Stunden in London (mit Umsteigen in Brüssel) und kommt direkt am Bahnhof St. Pancras am Nordrand der Innenstadt an. Die Tickets sind in der Regel etwas teurer als die Billigflieger. Auch wenn die Deutsche Bahn ausschließlich Tickets für die Brüssel-Route verkauft, lohnt sich von Frankfurt oder Süddeutschland lohnt sich unter Umständen auch die Fahrt über Paris.
    Auf der Webseite oder in Reisezentren der Deutschen Bahn bekommt man durchgehende Tickets von jedem deutschen Bahnhof – aber ausschließlich für die Brüssel-Route und auch nur Verbindungen, bei denen für die Strecke nach Brüssel ein deutscher ICE genutzt wird.
    Der Thalys von Köln nach Brüssel lässt sich nur über die eigene Webseite buchen.
    Tickets von London nach Brüssel, die bei Eurostar direkt (z.B. über die eigene Webseite) gebucht werden, gelten auch ohne Aufpreis für die Anschlussfahrt zu jedem Bahnhof innerhalb von Belgien (aber nicht im Thalys oder ICE), man kommt also bis kurz vor Aachen
  • Mit dem Bus
    Auch wenn sie in Zeiten von Billigfliegern kaum noch eine Rolle spielen: es gibt sie noch, die Fernbusverbindungen, die von Kön oder Frankfurt über Nacht nach London fahren. Ankunft in der Victoria Coach Station am südwestlichen Ende der Innenstadt.
  • Mit dem Auto via Fähre oder Tunnel
    Auch für Fährtickets gilt: je früher gebucht, desto günstiger. Am besten online bei den Fährgesellschaften direkt oder bei entsprechenden Anbietern.
    In der Regel kommt man in Dover an. Von dort aus führen die Autobahn M20 (in westliche Richtung) und die Schnellstraße A2 / M2 (direkt nach Norden) nach London. In beiden Fällen landet man auf der M25, der Ringautobahn, die komplett einmal um London herum führt. Von Einheimischen wie Reisenden verhasst („Längster Parkplatz des Landes!‟) ist die M25 aber im Allgemeinen besser als ihr Ruf. Im Berufsverkehr – montags bis freitags von sieben bis neun und von sechzehn bis neunzehn Uhr – muss natürlich mit langen Staus gerechnet werden, vor allem im Osten in der Nähe der Themse-Querung (Dartford Crossing) und im Westen in der Nähe von Heathrow Airport.
    Innerhalb des Autobahnrings einen Parkplatz zu finden, auf dem man seinen Wagen halbwegs sicher für die Dauer des London-Aufenthaltes stehen lassen kann, ist eine Herausforderung. Am besten den nächsten Bahnhof ansteuern und mit der Bahn weiterfahren! Größere Bahnhöfe haben in der Regel gebührenpflichtige Parkplätze, auf denen man auch länger stehen kann. Auch weit draußen kann es schwierig sein, eine ruhige Wohnstraße ohne Parkverbot oder Anwohner-Parkzone zu finden. Außerhalb gelegene Hotels bieten möglicherweise manchmal (meist gegen Aufpreis) Parkplätze an – wer darauf angewiesen ist, sollte dies aber unbedingt vor der Ankunft, am besten gleich bei der Buchung klären! Wenn man das Glück hat, einen Parkplatz gefunden zu haben, sollte man tunlichst mit Bus und Bahn weiterfahren!

Ben Whitcombes Reise von Budapest nach Lyonesse

August 2008: Ben Whitcombe – der Protagonist aus meinem Roman „Wege nach Lyonesse“ macht sich auf die Reise, die ihn von Budapest nach Cornwall und weiter führt…
Die Geschichte ist fiktiv, aber die Orte sind echt.

Hier kann man Ben auf seinem Weg begleiten:

Die Route: